Fälligkeitsanalyse ausgewählter finanzieller Vermögenswerte

Fälligkeitsanalyse ausgewählter finanzieller Vermögenswerte  

Zum Stichtag nicht einzelwertberichtigt, aber fällig seit:
in Mio. €Zum Stichtag weder wertberichtigt noch fällig< 1 Monat1 bis 3 Monaten3 bis 6 Monaten6 bis 12 Monaten> 12 MonatenBruttowert der einzelwert-
berichtigten
Forderungen
Ausleihungen4245
Wertpapiere und Finanzanlagen184
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.451529145753339235
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen332214
Sonstige ausgewählte Forderungen52083111428
Stand 31.12.20153.064539150773453316
Ausleihungen67100
Wertpapiere und Finanzanlagen134
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.308407123603036218
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen292
Sonstige ausgewählte Forderungen60392121550
Stand 31.12.20143.020418125613251372

Die offenen noch nicht fälligen Forderungen wurden nicht wertberichtigt, da zum Bilanzstichtag keine Anzeichen für Forderungsausfälle vorlagen.

Wertberichtigungsspiegel gemäß IFRS 7  

in Mio. €Stand 1.1.ZuführungVerbrauchAuflösungVerän-
derung
Konsolidie-
rungskreis
Wechsel-
kurseffekt
Stand 31.12.
Ausleihungen-100-75912-1-46
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen-423-1-40
Sonstige Beteiligungen-88-12116-3-86
Wertpapiere und Finanzanlagen-4-4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen-226-65957-6-11-242
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen-3-3
Sonstige Forderungen-49-90177-28
Summe 2015-509-68684-4-16-449
Ausleihungen-941-1-100
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen-52-1910-42
Sonstige Beteiligungen-6517-19-2-88
Wertpapiere und Finanzanlagen-63-1-4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen-229-55202920-11-226
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen
Sonstige Forderungen-27-2815-49
Summe 2014-473-10821651-15-509

Aufgrund der weltweiten Tätigkeit und der diversifizierten Kundenstruktur im Bertelsmann-Konzern besteht keine wesentliche Konzentration von Ausfallrisiken. Der Bertelsmann-Konzern verfügt über Kreditbesicherungen in Höhe von 541 Mio. € für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die ein potenzielles, aber aktuell nicht vorhandenes Ausfallrisiko bei diesen Forderungen vermindern würden. Im Vorjahr bestanden für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von mehr als 5 Mio. € Kreditbesicherungen in Höhe von 360 Mio. €. Der Buchwert aller Forderungen, Ausleihungen und Wertpapiere stellt das maximale Ausfallrisiko der Gruppe dar.

Die folgende Tabelle zeigt die vertragliche Restlaufzeit der finanziellen Verbindlichkeiten. Die Daten beruhen auf undiskontierten Cashflows, basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Bertelsmann-Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann.

Vertragliche Restlaufzeitenanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten  

  Undiskontierte Mittelabflüsse  
in Mio. €BuchwertBis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 JahreSumme
Genusskapital413413413
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen3.6737861602.7503.696
Variabel verzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen100100100
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten94821294
Leasingverbindlichkeiten64106272
Sonstige Finanzschulden144122175144
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3.7463.563171123.746
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen888
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten86367711373863
Stand 31.12.20159.1055.2486353.2539.136
Genusskapital413413413
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen2.6104308461.3502.626
Variabel verzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen100100100
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten1019110101
Leasingverbindlichkeiten7110413182
Sonstige Finanzschulden13612484136
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3.4623.273177123.462
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen131313
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten9727839792972
Stand 31.12.20147.8784.7241.6921.4897.905

Den kurzfristigen Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten stehen geplante Zahlungszuflüsse aus Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten gegenüber. Darüber hinaus verfügt die Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Deckung kurzfristiger Mittelabflüsse über eine ausreichende Finanzierungsreserve in Höhe der zum Bilanzstichtag bestehenden liquiden Mittel und der freien Kreditlinien.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Restlaufzeiten der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Bruttobasis getauscht werden:

Verbindlichkeiten aus Derivativen mit Bruttoausgleich  

  Restlaufzeit der Verbindlichkeiten  
in Mio. €Bis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 Jahre
Zahlungsabflüsse-1.550-160
Zahlungszuflüsse1.520155
Stand 31.12.2015-30-5
Zahlungsabflüsse-2.179-67
Zahlungszuflüsse2.12665
Stand 31.12.2014-53-2

Die Restlaufzeit der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Nettobasis getauscht werden, beträgt:

Verbindlichkeiten aus Derivativen mit Nettoausgleich  

Restlaufzeit der Verbindlichkeiten
in Mio. €Bis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 Jahre
Zahlungsabflüsse Stand 31.12.2015-1
Zahlungsabflüsse Stand 31.12.2014-1-1

Auf Grundlage der vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten für die zum Stichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich für den Bertelsmann-Konzern zukünftig folgende Zinszahlungen:

Zukünftige Zinszahlungen  

  Undiskontierte Zinszahlungen 
in Mio. €Bis 1 Jahr1 bis 5 JahreÜber 5 JahreSumme
Genusskapital4518190316
Anleihen und Schuldscheindarlehen116313338767
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten415
Leasingverbindlichkeiten279
Sonstige Finanzschulden314
Stand 31.12.20151705034281.101
Genusskapital4591136
Anleihen und Schuldscheindarlehen88179151418
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten72110
Leasingverbindlichkeiten38112
Sonstige Finanzschulden314
Stand 31.12.2014146281153580

Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien

Aktiva  

in Mio. €Bewertungskategorie gemäß IAS 39   Summe 31.12.2015Bewertungskategorie gemäß IAS 39    Summe 31.12.2014
 Loans and ReceivablesAvailable-for-SaleFinancial Assets Initially Recognized at Fair Value through Profit or LossFinancial Assets Held for TradingDerivate mit Hedge- Beziehung Loans and ReceivablesAvailable-for-Sale Financial Assets Initially Recognized at Fair Value through Profit or LossFinancial Assets Held for TradingDerivate mit Hedge- Beziehung 
WertansatzZu fortgeführten AnschaffungskostenZu AnschaffungskostenErfolgsneutral zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten Zu fortgeführten AnschaffungskostenZu AnschaffungskostenErfolgsneutral zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten 
Ausleihungen41416767
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen14141414
Sonstige Beteiligungen2743831220742249
Wertpapiere und Finanzanlagen1611018231713
Derivative Finanzinstrumente8142133425496
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen3.2653.2652.9562.956
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen39393131
Sonstige Forderungen549549633633
Flüssige Mittel1.2091.2091.0951.095
Sonstige Wertpapiere < 3 Monate101101234234
5.205294391081425.6815.01822443742545.388

Innerhalb der finanziellen Vermögenswerte werden Beteiligungen an verbundenen Unternehmen und sonstige Beteiligungen, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, zu Anschaffungskosten bewertet, da diese über keine Preisnotierung auf einem aktiven Markt verfügen und eine verlässliche Schätzung des beizulegenden Zeitwerts nicht möglich ist. Es ist nicht geplant, von den zur Veräußerung verfügbaren „Sonstigen Beteiligungen“ wesentliche Anteile in naher Zukunft zu veräußern. Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden stellt deren Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Passiva  

in Mio. € Bewertungskategorie gemäß IAS 39   Summe 31.12.2015Bewertungskategorie gemäß IAS 39     Summe 31.12.2014
 Financial
Liabilities
Financial Liabilities Initially Recognized at Fair Value through Profit or LossFinancial Liabilities Held for TradingDerivate mit Hedge-BeziehungNicht von IAS 39 erfasste Verbindlichkeiten Financial
Liabilities
Financial Liabilities Initially Recognized at Fair Value through Profit or LossFinancial Liabilities Held for TradingDerivate mit Hedge-BeziehungNicht von IAS 39 erfasste Verbindlichkeiten 
WertansatzZu fortgeführten
Anschaffungskosten
Erfolgswirksam zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Erfolgswirksam zu beizulegenden ZeitwertenErfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwerten 
Genusskapital413413413413
Anleihen und Schuldscheindarlehen3.7733.7732.7102.710
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten9494101101
Leasingverbindlichkeiten64647171
Sonstige Finanzschulden144144136136
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen3.7463.7463.4623.462
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen881313
Derivative Finanzinstrumente2953457360
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten8184586392943972
8.99645295649.1397.76443573717.938

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
Notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
Beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
Nicht beobachtbare Marktdaten
Summe
31.12.2015
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Vermögenswerte1010
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte813039
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte75681
Derivate mit Hedge-Beziehung5252
813836182
in Mio. €Stufe 1:
Notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
Beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
Nicht beobachtbare Marktdaten
Summe
31.12.2014
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte Vermögenswerte77
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte813443
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte4242
Derivate mit Hedge-Beziehung5454
810434146

Eine Zuordnung der in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie nach Klassen ist aus den Tabellen „Buchwerte und Wertansätze nach Bewertungskategorien“ ableitbar.

Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3  

in Mio. €Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte VermögenswerteZur Veräußerung verfügbare finanzielle VermögenswerteZu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle VermögenswerteDerivate mit
Hedge-Bezie-
hung
Summe
Stand 1.1.20153434
Gesamter Gewinn (+) bzw. Verlust (-)-561
- in Gewinn- und Verlustrechnung66
- im sonstigen Ergebnis-5-5
Umgliederungen aus „Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen"
Erwerbe11
Emissionen
Veräußerung/Tilgung
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 31.12.201530636
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten66
in Mio. €Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte VermögenswerteZur Veräußerung verfügbare finanzielle VermögenswerteZu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle VermögenswerteDerivate mit
Hedge-Bezie-
hung
Summe
Stand 1.1.20143535
Gesamter Gewinn (+) bzw. Verlust (-)-2-2
– in Gewinn- und Verlustrechnung
– im sonstigen Ergebnis-2
Umgliederungen aus „Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen“
Erwerbe11
Emissionen
Veräußerung/Tilgung
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 31.12.20143434
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien  

in Mio. €Stufe 1:
notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
nicht beobachtbare Marktdaten
Summe 31.12.2015
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
klassifizierte Verbindlichkeiten
4545
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle
Verbindlichkeiten
2929
Derivate mit Hedge-Beziehung55
344579
in Mio. €Stufe 1:
Notierte Preise von aktiven Märkten
Stufe 2:
Beobachtbare Marktdaten
Stufe 3:
Nicht beobachtbare Marktdaten
Summe 31.12.2014
Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
klassifizierte Verbindlichkeiten
4343
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle
Verbindlichkeiten
5757
Derivate mit Hedge-Beziehung33
6045103

Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3  

in Mio. €                            Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle VerbindlichkeitenZu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Verbindlichkeiten Derivate mit Hedge-BeziehungSumme
Stand 1.1.20154343
Gesamter Gewinn (-) bzw. Verlust (+)-2-2
– in Gewinn- und Verlustrechnung-4-4
– im sonstigen Ergebnis22
Erwerbe55
Emissionen
Tilgungen-1-1
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 31.12.20154545
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Verbindlichkeiten
in Mio. €                         Beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle VerbindlichkeitenZu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle VerbindlichkeitenDerivate mit Hedge-BeziehungSumme
Stand 1.1.2014
Gesamter Gewinn (-) bzw. Verlust (+)
– in Gewinn- und Verlustrechnung
– im sonstigen Ergebnis
Erwerbe4343
Emissionen
Tilgungen
Umgliederungen aus/in Stufe 3
Stand 31.12.20144343
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Verbindlichkeiten

Stufe 1:
Der beizulegende Zeitwert der bestehenden Finanzinstrumente wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Stufe 2:
Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt.

Stufe 3:
Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren.

Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputfaktoren des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko. Im Geschäftsjahr 2015 sind keine Umgliederungen zwischen den Stufen 1, 2 und 3 erfolgt.

Ergebniseffekt aus Finanzinstrumenten

Ergebniseffekt aus Finanzinstrumenten  

in Mio. €Kredite
und Forde-
rungen
Zur Ver-
äußerung
verfügbare
finanzielle
Vermögens-
werte,
Beim
erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeit-
wert klas-
sifizierte
Vermögens-
werte
Finanzielle Verbindlich-
keiten zu
fortge-
führten An-
schaffungs-
kosten
Beim
erstmaligen
Ansatz als
erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeit-
wert klas-
sifizierte
Verbindlich-
keiten
Derivate
mit Hedge-
Beziehung
Zu Handels-
zwecken
gehaltene
Finanz-
instrumente
Sonstige
Währungs-
kursände-
rungen
Aus Dividenden17
Aus Zinsen12-123-2
Aus Wertberichtigungen-17-12
Aus Bewertung zum
beizulegenden Zeitwert
416
Aus Währungskursveränderung-9791
Aus Veräußerung/Ausbuchung-202312
Ergebnis 2015-2528-11141-9391
Aus Dividenden12
Aus Zinsen16-901
Aus Wertberichtigungen-54-19
Aus Bewertung zum beizulegenden Zeitwert-7
Aus Währungskursveränderung-6063
Aus Veräußerung/Ausbuchung-2543
Ergebnis 2014-63-3-87-7-5963

Unter den sonstigen Währungskursveränderungen werden die Währungskurseffekte der Kategorien „Kredite und Forderungen“ und „Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zusammengefasst.

Für die in den nachfolgenden Tabellen dargestellten und in der Bilanz saldierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erlauben Globalverrechnungsvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen dem Bertelsmann-Konzern und der Gegenpartei einen Ausgleich auf Nettobasis. Ein Ausgleich auf Nettobasis ist dabei sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch beim Eintritt des Zahlungsausfalls einer Partei rechtlich wirksam. Darüber hinaus schließt Bertelsmann Finanzderivate ab, die die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz nicht erfüllen, da das Recht zur Saldierung von zukünftigen Ereignissen abhängig ist.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten  

in Mio. € 31.12.2015
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Vermögenswerte133133-32101
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen3.267-23.2653.265
Liquide Mittel1.318-81.3101.310
4.718-104.708-324.676
in Mio. €31.12.2014
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Vermögenswerte9696-2868
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.960-42.9562.956
Liquide Mittel1.338-91.3291.329
4.394-134.381-284.353

Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten  

in Mio. €31.12.2015
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten3434-322
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten3.748-23.7463.746
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen102-89494
3.884-103.874-323.842
in Mio. €31.12.2014
 Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Bruttobetrag
bilanzierter
finanzieller
Vermögens-
werte, die
in der Bilanz
saldiert sind
Nettobetrag
bilanzierter
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Finanz-
instrumente
Nettobetrag
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten6060-2832
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten3.466-43.4623.462
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen110-9101101
3.636-133.623-283.595

Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten und Sicherungsgeschäften

Alle Derivate sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Am Tag des Vertragsabschlusses eines Derivats wird festgelegt, ob dieses als Sicherungsinstrument zur Absicherung des Zeitwerts (Fair Value) oder zur Absicherung einer vorhergesehenen Transaktion (Cashflow) dient. Einzelne Derivate erfüllen jedoch nicht die Voraussetzungen für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen.
Die Beziehungen zwischen Sicherungsinstrumenten und gesicherten Positionen sowie die Risikomanagementziele und -strategien im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Sicherungsgeschäften werden dokumentiert. Dieses Verfahren beinhaltet die Verknüpfung aller als Sicherungsinstrumente bestimmten Derivate mit den jeweiligen Vermögenswerten, Schulden, festen Verpflichtungen oder vorhergesehenen Transaktionen. Des Weiteren beurteilt und dokumentiert das Unternehmen sowohl bei Eingehen des Sicherungsgeschäfts als auch auf fortlaufender Basis, ob die als Sicherungsinstrument verwendeten Derivate hinsichtlich des Ausgleichs von Änderungen der Marktwerte oder Cashflows der gesicherten Positionen hochwirksam sind.

Finanzderivate

Bertelsmann verwendet als Finanzderivate marktübliche, überwiegend außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-)Instrumente. Dies sind vor allem Terminkontrakte, Währungsswaps, Währungsoptionen, Zinsswaps und vereinzelt Warentermingeschäfte. Die Geschäfte werden ausschließlich mit Banken hoher Bonität getätigt. Abschlüsse der Zentralen Finanzabteilung erfolgen grundsätzlich nur mit einem durch den Vorstand genehmigten Bankenkreis. Das Nominalvolumen ist die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- bzw. Verkaufsbeträge.

Der überwiegende Teil der zum Stichtag bestehenden Finanzderivate dient zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen (55 Prozent). Auf Finanzderivate, die zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft abgeschlossen wurden, entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 1.602 Mio. € (43 Prozent). Des Weiteren werden Finanzderivate zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus liquiden Mitteln und Finanzierungen eingesetzt. Zu spekulativen Zwecken wurden keine Finanzderivate abgeschlossen.

Die Laufzeitbänder entsprechen den Restlaufzeiten der Finanzderivate.

Nominalvolumen der Finanzderivate  

Nominalvolumen zum 31.12.2015 Nominalvolumen zum 31.12.2014
in Mio. €< 1 Jahr1 bis 5 Jahre> 5 JahreSumme< 1 Jahr1 bis 5 Jahre> 5 JahreSumme
Währungsgeschäfte 
Termingeschäfte und Währungsswaps3.1495163.6652.68639053.081
Zinsgeschäfte
Zinsswaps525255152603
Übrige derivative Finanzinstrumente77
3.2085163.7243.23744253.684

Beizulegende Zeitwerte der Finanzderivate  

NominalvolumenBeizulegende Zeitwerte
in Mio. €31.12.201531.12.201431.12.201531.12.2014
Währungs­geschäfte 
Termin­geschäfte und Währungs­swaps3.6653.0819435
Zins­geschäfte
Zinsswaps52603-11
Übrige derivative Finanz­instrumente76
3.7243.6849936

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden. Die Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus dem Kauf von Programmrechten und Output-Deals für das Fernsehgeschäft erfolgt über den Abschluss von Devisentermingeschäften. Bertelsmann sichert zwischen 80 und 100 Prozent der zukünftigen Cashflows aus dem Kauf von Programmrechten in Fremdwährung, die eine feste Verpflichtung (innerhalb eines Jahres) oder eine mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende zukünftige Transaktion darstellen, sowie zwischen 20 und 80 Prozent der längerfristigen (zwischen zwei und fünf Jahren) zukünftig erwarteten Transaktionen aus Output-Deals ab. Die eingesetzten Derivate werden im Rahmen von Cash Flow Hedges bilanziert. Der effektive Teil der Marktwertänderungen im Rahmen eines Cash Flow Hedge wird so lange im übrigen kumulierten Eigenkapital belassen, bis die erfolgswirksamen Auswirkungen der gesicherten Positionen eintreten. Der zum 31. Dezember 2015 im übrigen kumulierten Eigenkapital verbleibende Teil wird demnach die Gewinn- und Verlustrechnung in den Geschäftsjahren 2016 bis 2019 im Wesentlichen beeinflussen. Der ineffektive Teil aus den Cash Flow Hedges in Höhe von 3 Mio. € (Vj.: -7 Mio. €) wird in den Positionen „Übrige finanzielle Aufwendungen“ und „Übrige finanzielle Erträge“ erfasst.

In der nachfolgenden Tabelle wird eine Übersicht über die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente gegeben, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Dabei wird unterschieden, ob sie in eine wirksame Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind oder nicht.

Derivative Finanzinstrumente  

in Mio. €Buchwert zum 31.12.2015Buchwert zum 31.12.2014
Aktiva
Termingeschäfte und Währungsswaps
Ohne Hedge-Beziehung7540
In Verbindung mit Cash Flow Hedges5254
Zinsswaps
Ohne Hedge-Beziehung2
In Verbindung mit Cash Flow Hedges
Übrige derivative Finanzinstrumente6
Passiva
Termingeschäfte und Währungsswaps
Ohne Hedge-Beziehung2856
In Verbindung mit Cash Flow Hedges53
Zinsswaps
Ohne Hedge-Beziehung11
In Verbindung mit Cash Flow Hedges
Übrige derivative Finanzinstrumente

Finanzinstrumente
Finanzrisikomanagement

Aufgrund seiner internationalen Aktivitäten ist der Bertelsmann- Konzern einer Reihe von Finanzrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse und der Zinssätze. Das Risikomanagement von Bertelsmann ist darauf ausgerichtet, Risiken zu reduzieren.
Der Vorstand legt die allgemeinen Richtlinien für das Risikomanagement fest und bestimmt so das generelle Vorgehen bei der Absicherung von Währungskurs- und Zinsänderungsrisiken sowie den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Zentrale Finanzabteilung berät die Tochterunternehmen bezüglich operativer Risiken und führt gegebenenfalls Sicherungen mittels derivativer Finanzgeschäfte durch. Bei operativen Risiken wird den Tochterunternehmen jedoch nicht vorgeschrieben, den Service der Zentralen Finanzabteilung in Anspruch zu nehmen. Einige Tochterunternehmen, so insbesondere die RTL Group, verfügen über eine eigene Finanzabteilung. Sie melden ihre Sicherungsgeschäfte quartalsweise der Zentralen Finanzabteilung. Weitere Informationen zu den Finanzmarktrisiken und zum Finanzrisikomanagement sind im zusammengefassten Lagebericht dargestellt.

Währungsrisiko

Der Bertelsmann-Konzern ist einem Kursänderungsrisiko bezüglich verschiedener Fremdwährungen ausgesetzt. Es wird den Tochterunternehmen empfohlen, jedoch nicht vorgeschrieben, sich gegen Fremdwährungsrisiken in der lokalen Berichtswährung durch den Abschluss von Termingeschäften mit Banken hoher Bonität abzusichern. Darlehen innerhalb des Konzerns, die einem Währungsrisiko unterliegen, werden durch derivative Finanzinstrumente gesichert.
Eine Reihe von Tochterunternehmen ist außerhalb des Euro-Währungsraumes angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt über das Verhältnis aus den wirtschaftlichen Finanzschulden und dem Operating EBITDA für die wesentlichen Währungsräume. Langfristig wird für jeden Währungsraum ein angemessenes Verhältnis der Finanzschulden zur operativen Ertragskraft angestrebt. Hierbei orientiert sich Bertelsmann an der für den Bertelsmann-Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor.

Zinsänderungsrisiko

Zinsänderungsrisiken liegen bei verzinslichen Vermögenswerten und Finanzschulden vor. Das Zinsänderungsrisiko des Bertelsmann-Konzerns wird zentral analysiert und in Abhängigkeit von den geplanten Nettofinanzschulden gesteuert. Maßgabe bei der Steuerung sind das Zinsergebnis des Konzerns im Zeitablauf und die Sensitivität für Zinsänderungen. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis von variablen zu langfristig fest vereinbarten Zinsbindungen in Abhängigkeit von der absoluten Höhe, der geplanten Entwicklung der verzinslichen Verbindlichkeit und dem Zinsniveau angestrebt und über originäre sowie derivative Finanzinstrumente in der Steuerung umgesetzt.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können durch die fehlende Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) sowie durch die Verzögerung geplanter Zahlungseingänge und durch ungeplante Auszahlungen (Planrisiko) auftreten. Das Planrisiko bemisst sich aus einer Gegenüberstellung von Plan-Ist-Abweichungen einerseits und der Höhe der Reserven andererseits. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne ist abhängig vom Volumen der Fälligkeiten in einer Periode.
Das Liquiditätsrisiko wird laufend auf Basis des erstellten Budgets für das Budgetjahr und die Folgejahre überwacht. Dabei werden neue und ungeplante Geschäftsvorfälle (z. B. Akquisitionen) kontinuierlich einbezogen. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Steuerung von Planrisiken erfolgt durch ein effektives Cash Management sowie eine ständige Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Zudem werden Laufzeiten für Finanzierungen so gewählt, dass Fälligkeiten über den Zeitablauf diversifiziert sind und sich somit ein Anstieg der Refinanzierungskosten nur langfristig auswirken würde. Kreditlinien bei Banken schaffen darüber hinaus Vorsorge für ungeplante Auszahlungen.

Kontrahentenrisiko

Im Bertelsmann-Konzern bestehen Ausfallrisiken in Höhe der angelegten liquiden Mittel sowie der positiven Marktwerte der abgeschlossenen Derivate. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken („Kernbanken“) hoher Bonität abgeschlossen. Die Bonität der Kernbanken wird anhand quantitativer und qualitativer Faktoren (Rating, CDS-Spreads, Börsenkursentwicklung etc.) fortlaufend beobachtet und klassifiziert. Die aus dieser Bonitätsbeurteilung abgeleiteten Kontrahentenlimite beziehen sich auf die liquiden Mittel und positiven Marktwerte. Die Ausnutzung wird regelmäßig überwacht. Um auf veränderte Bonitätseinschätzungen reagieren zu können, ist die Anlage zum Teil sehr kurzfristig ausgerichtet. Des Weiteren werden zur Reduzierung der Ausfallrisiken mit Banken teilweise Tri-Party-Geschäfte abgeschlossen. Bei den Tri-Party-Geschäften handelt es sich um besicherte Geldanlagen, als Sicherheit werden von den Banken zuvor definierte Wertpapiere bereitgestellt. Zum Bilanzstichtag waren keine Tri-Party-Geschäfte ausstehend, es wurden wie im Vorjahr keine Sicherheiten gewährt. Die Geschäftsabwicklung sowie die Sicherheitenverwaltung und ‑bewertung werden von einer Clearingstelle übernommen. Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch den teilweisen Abschluss von Kreditversicherungen gemindert. Der Bertelsmann-Konzern verfügt für diese Forderungen über Kreditbesicherungen in Höhe von 541 Mio. €. Im Vorjahr bestanden für Forderungen von mehr als 5 Mio. € Kreditbesicherungen in Höhe von 360 Mio. €.

Kapitalmanagement

Die finanzpolitischen Zielsetzungen des Bertelsmann-Konzerns sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum gewährleisten. Die Verschuldung des Konzerns soll sich hierbei insbesondere an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe „Baa1/BBB+“ orientieren. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die einen zentralen Beitrag zur Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Konzerns leisten. Als Bestandteil des Planungsprozesses und einer laufenden Beobachtung sind sie Teil der Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne. Die finanzielle Steuerungsgröße für die Begrenzung der Verschuldung im Bertelsmann-Konzern stellt der Leverage Factor von maximal 2,5 dar. Am 31. Dezember 2015 lag der Leverage Factor bei 2,4 (Vj.: 2,7). Daneben soll die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad) über einem Wert von 4 liegen. Die Coverage Ratio betrug zum 31. Dezember 2015 10,1 (Vj.: 7,5). Die Eigenkapitalquote soll mindestens 25 Prozent der Konzernbilanzsumme betragen. Die Steuerung der Eigenkapitalquote orientiert sich hierbei an der Definition des Eigenkapitals nach IFRS. Nicht beherrschende Anteilseigner an Personengesellschaften werden, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung Eigenkapital darstellen, als Fremdkapital bilanziert. Die Eigenkapitalquote betrug im Geschäftsjahr 2015 41,2 Prozent (Vj.: 38,9 Prozent) und erfüllte damit die interne finanzielle Zielsetzung.

Zins- und Währungssensitivität

Für die Analyse des Zinsrisikos ist zwischen Cashflow- und Barwert-Risiken zu unterscheiden. Bei Finanzschulden, liquiden Mitteln und Zinsderivaten mit einer variablen Zinsbindung überwiegt das Cashflow-Risiko, da Veränderungen der Marktzinssätze sich – nahezu ohne Zeitverzug – im Zinsergebnis des Konzerns auswirken. Im Gegensatz hierzu entstehen Barwert-Risiken aus mittel- bis langfristig vereinbarten Zinsbindungen. Die bilanzielle Abbildung von Barwert-Risiken ist vom jeweiligen Finanzinstrument oder von einem im Zusammenhang mit Derivaten dokumentierten Sicherungszusammenhang (Microhedge) abhängig.
Originäre Finanzschulden werden in der Bilanz bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Veränderungen des Marktwerts beschränken sich auf Opportunitätseffekte, da sich Zinsänderungen weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Eine hiervon abweichende Bilanzierung der originären Finanzschulden zum Marktwert ist auf Vorgänge beschränkt, für die im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Zins- und Währungssicherung über Derivate nach IAS 39 ein Microhedge dokumentiert ist. In diesen Fällen wird die Marktwertänderung der Finanzschulden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, um gegensätzliche Effekte aus der Marktbewertung der zugehörigen Derivate zu einem wesentlichen Teil zu kompensieren.
Für derivative Finanzinstrumente werden die Wirkungen aus Zinsänderungen grundsätzlich über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei dokumentierten Sicherungszusammenhängen (Cash Flow Hedge) erfolgt die Abbildung im Eigenkapital.
Die Analyse der zu den Stichtagen bestehenden Cashflowbzw. Barwert-Risiken erfolgt über eine Sensitivitätsberechnung als Nachsteuerbetrachtung. Hierbei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um jeweils +/‑1 Prozent für alle wesentlichen Währungen unterstellt. Die Analyse erfolgt auf Grundlage der Finanzschulden, der liquiden Mittel sowie der zu den Stichtagen bestehenden Derivate. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt:

Sensitivitätsanalyse der Cashflow-Risiken und Barwert-Risiken  

  31.12.201531.12.2014
in Mio. €Verän­derung um +1 %Verän­derung um -1 %Verän­derung um +1 %Verän­derung um -1 %
Cashflow-Risiken über Gewinn- und Verlust­rechnung5-53-3
Barwert-Risiken über Gewinn- und Verlust­rechnung-22
Barwert-Risiken über Eigen­kapital

In die Ermittlung der Fremdwährungssensitivität werden die zu den Stichtagen bestehenden Finanzschulden und operativen Geschäftsvorfälle sowie die vereinbarten Sicherungsgeschäfte (Termingeschäfte und Optionen) einbezogen. Die Berechnung wird für die ungesicherte Nettoposition auf Basis einer angenommenen 10-prozentigen Aufwertung des Euro gegenüber allen Fremdwährungen vorgenommen und als Nachsteuerbetrachtung dargestellt. Eine einheitliche Abwertung der Fremdwährungen hätte zu einer ergebniswirksamen Veränderung des Buchwerts von -9 Mio. € (Vj.: -8 Mio. €) geführt. Hiervon entfallen -3 Mio. € (Vj.: -3 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Netto- Exposure von 53 Mio. US-$ (Vj.: 52 Mio. US-$). Das Eigenkapital wäre durch Schwankungen der Marktwerte aus dokumentierten Cash Flow Hedges um 43 Mio. € (Vj.: -41 Mio. €) verändert worden. Hiervon entfallen 43 Mio. € (Vj.: -43 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Volumen dokumentierter Cash Flow Hedges von 680 Mio. US-$ (Vj.: 753 Mio. US-$). Bei einer einheitlichen Aufwertung der Fremdwährungen hätte dies für den Bertelsmann-Konzern zu gegenläufigen Veränderungen der genannten Beträge geführt.

Factoring

Bertelsmann verkauft in speziellen Einzelfällen Forderungen an Finanzintermediäre. Ein wesentlicher Teil des Forderungsverkaufs entfällt auf kurzfristige externe Forderungen, die Arvato Financial Solutions als Teil des Serviceangebotes von Dritten zur Durchführung von Dienstleistungen im Debitorenmanagement erwirbt. Dieses Geschäft kann jederzeit unterjährig angepasst werden. Die Forderungen werden fortlaufend an Finanzintermediäre weiterveräußert. Das Volumen der verkauften Forderungen betrug zum Bilanzstichtag 331 Mio. € (Vj.: 370 Mio. €). Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen zu den Forderungsverkäufen wurden im Wesentlichen weder alle Chancen noch alle Risiken, die mit den Forderungen in Verbindung stehen, übertragen noch zurückgehalten. Insbesondere wurden Teile der Ausfall- und Spätzahlungsrisiken durch Bertelsmann zurückbehalten, sodass eine Forderung in Höhe des anhaltenden Engagements (Continuing Involvement) von 45 Mio. € (Vj.: 48 Mio. €) bilanziert wurde. Der Buchwert der damit verbundenen Verbindlichkeit beträgt 54 Mio. € (Vj.: 59 Mio. €).