Allgemeine Grundsätze

Der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2014 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie diesbezüglichen Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind (EU-IFRS). Ergänzend wurden die nach § 315a HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. €). Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sowie der Konzernbilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang detaillierter ausgewiesen und erläutert.

Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine in Gütersloh, Deutschland, ansässige Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Anschrift des eingetragenen Firmensitzes ist: Carl- Bertelsmann-Straße 270, 33311 Gütersloh.

Als internationales Medienunternehmen ist Bertelsmann in den Kerngeschäftsfeldern Medien und Dienstleistungen in rund 50 Ländern der Welt aktiv. Als dritte Säule wird das Geschäftsfeld Bildung weiter ausgebaut. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa – vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien – und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie China, Indien und Brasilien. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen gehören die RTL Group (Fernsehen), Penguin Random House (Buch), Gruner + Jahr (Zeitschriften), Arvato (Dienstleistungen) und Be Printers (Druck). Weitere Erläuterungen zu den Haupt- aktivitäten der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt.

Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr 2015 fanden die folgenden Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen für den Konzernabschluss erstmals Anwendung:

  • IFRIC 21 Abgaben
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2011–2013 (veröffentlicht im Dezember 2013)

Die Effekte aus der Erstanwendung der neuen Rechnungslegungsvorschriften sind für den Bertelsmann-Konzern unwesentlich.

Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsstandards

Das IASB und das IFRS IC haben folgende neue bzw. geänderte Rechnungslegungsstandards und Interpretationen verabschiedet, die vom Bertelsmann-Konzern im Geschäftsjahr 2015 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die von der EU noch nicht anerkannten Standards werden in englischer Sprache angegeben:

  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010–2012 (veröffentlicht im Dezember 2013)
  • Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012–2014 (veröffentlicht im September 2014)
  • IFRS 9 Financial Instruments
  • IFRS 14 Regulatory Deferral Accounts
  • IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers inklusive Änderungen an IFRS 15: Effective date of IFRS 15
  • IFRS 16 Leases
  • Änderungen an IFRS 10 und IAS 28: Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture
  • Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28: Investment Entities – Applying the Consolidation Exception
  • Änderungen an IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen: Bilanzierung von Erwerben an gemeinschaftlichen Tätigkeiten
  • Änderungen an IAS 1: Angabeinitiative
  • Änderungen an IAS 7: Disclosure Initiative
  • Änderungen an IAS 12: Recognition of Deferred Tax Assets for Unrealised Losses
  • Änderungen an IAS 16 und IAS 38: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden
  • Änderungen an IAS 16 und IAS 41: Fruchttragende Pflanzen
  • Änderungen an IAS 19: Leistungsorientierte Pläne – Arbeitnehmerbeiträge
  • Änderungen an IAS 27 Einzelabschlüsse: Equity-Methode in Einzelabschlüssen

Die Jährlichen Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010–2012 (veröffentlicht im Dezember 2013) und die Jährlichen Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012–2014 (veröffentlicht im September 2014) enthalten Klarstellungen oder Korrekturen bereits bestehender IFRS bzw. Änderungen infolge von zuvor an den IFRS vorgenommenen Änderungen. Sie sind erstmals im Geschäftsjahr 2016 vom Bertelsmann-Konzern verpflichtend anzuwenden. Die Jährlichen Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010–2012 betreffen IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16 und IAS 38 sowie IAS 24. Die Jährlichen Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012–2014 beziehen sich auf Änderungen an IFRS 5, zwei Änderungen an IFRS 7 sowie Änderungen an IAS 19 und IAS 34.
Der im Juli 2014 veröffentlichte IFRS 9 enthält Vorschriften für den Ansatz und die Bewertung, die Wertminderung sowie die Sicherungsbilanzierung von Finanzinstrumenten. Die nunmehr veröffentlichte Version ersetzt alle vorherigen Versionen. Die erstmalige verpflichtende Anwendung ist für 2018 vorgesehen. Der im Januar 2016 veröffentlichte IFRS 16 regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angabepflichten bezüglich Leasingverhältnissen. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen den Leasingnehmer und führen dazu, dass grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Der Standard ersetzt die lineare Erfassung von Aufwendungen aus Operating Lease gemäß IAS 17 durch die Erfassung eines Abschreibungsaufwands für das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und die Erfassung von Zinsaufwendungen aus den Leasingverbindlichkeiten (innerhalb des Finanzergebnisses). IFRS 16 ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Operating-Leasingverhältnisse – Anreize und SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen. Die erstmalige verpflichtende Anwendung ist für 2019 vorgesehen. Die Auswirkungen des IFRS 9 und des IFRS 16 werden zurzeit vom Bertelsmann-Konzern geprüft.
IFRS 15 enthält umfassende branchen- und transaktionsunabhängige Neuregelungen zur Erlöserfassung und ersetzt die derzeitigen Vorschriften des IAS 11 Fertigungsaufträge, IAS 18 Umsatzerlöse, IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme, IFRIC 15 Verträge über die Errichtung von Immobilien, IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden sowie SIC-31 Umsatzerlöse – Tausch von Werbedienstleistungen. Der neue Standard ersetzt den bisherigen Chancen- und Risikoansatz durch ein fünfstufiges vertragsbasiertes Modell. Neben deutlich umfangreicheren Anwendungsleitlinien zur bilanziellen Abbildung von Erlösen aus Kundenverträgen sind detaillierte Angabevorschriften zu erfüllen. Durch die im September 2015 veröffentlichte Änderung des IFRS 15 wurde der verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt vom 1. Januar 2017 verschoben auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die Erstanwendung hat grundsätzlich retrospektiv zu erfolgen, jedoch werden diverse Vereinfachungsoptionen gewährt; eine frühere Anwendung ist weiterhin zulässig. Die Übernahme des Standards einschließlich der Änderung durch die EU steht noch aus. Um die Auswirkungen des IFRS 15 sowie mögliche Vereinfachungen im Rahmen der Erstanwendung des IFRS 15 zu analysieren, hat Bertelsmann ein konzernweites Projekt aufgesetzt. Dazu wurden unter Berücksichtigung der Kernländer und geschäftsmodellspezifischer Informationen für jeden Unternehmensbereich Pilotgesellschaften identifiziert. Die durch die Implementierung von IFRS 15 zu erwartenden quantitativen Auswirkungen werden derzeit im Rahmen des aufgesetzten Projektes ermittelt. In Abhängigkeit von den einzelnen Geschäftsmodellen werden unterschiedliche Auswirkungen erwartet, insbesondere in Bezug auf die Identifizierung von Leistungsverpflichtungen.
Die Änderungen an IAS 1 sollen zu einer Verbesserung der Angabepflichten führen. Sie betreffen Regelungen in Bezug auf Wesentlichkeit, Zusammenfassung von Posten, Zwischensummen, Struktur des Anhangs, maßgebliche Rechnungslegungsmethoden und den separaten Ausweis des sonstigen Ergebnisses (OCI) von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Die Änderungen sind erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns haben.
Mit den Änderungen an IAS 16 und IAS 38 hat das IASB klargestellt, dass eine umsatzbasierte Methode keine zulässige Abschreibungsmethode für Sachanlagen ist, da Umsatzerlöse aus einer Tätigkeit, die die Verwendung eines Vermögenswerts einschließt, im Allgemeinen andere Faktoren widerspiegeln als den Verbrauch des wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswerts. Das IASB hat außerdem klargestellt, dass Umsatzerlöse grundsätzlich auch keine angemessene Basis für die Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten darstellen. Allerdings ist Letzteres eine widerlegbare Vermutung, nach der eine umsatzbasierte Abschreibung zulässig sein kann, wenn die Umsatzerlöse und der Verbrauch des wirtschaftlichen Nutzens aus dem immateriellen Vermögenswert nachweislich stark korrelieren. Die Änderungen sind erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, und werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns haben.

Der darüber hinaus zukünftig anzuwendende IFRS 14 sowie die zukünftig anzuwendenden Änderungen an IFRS 10 und IAS 28, IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28, IFRS 11, IAS 1, IAS 7, IAS 12, IAS 16 und IAS 41, IAS 19 sowie IAS 27 betreffen wie die Jährlichen Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2010–2012 und Jähr- lichen Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012–2014 nur in geringem Umfang Geschäfte im Bertelsmann-Konzern und werden voraussichtlich nur unwesentliche Auswirkungen haben.

Der Bertelsmann-Konzern hat keine veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig umgesetzt.